Pilotprogramme Patientensicherheit Schweiz

progress! Sichere Medikation an Schnittstellen

«Die Medikationssicherheit liegt nicht nur in den Händen von Fachpersonen. Patienten können selber dazu beitragen, indem sie die Medikamentenliste auf dem neuesten Stand halten und sie den Beteiligten vorlegen.»
Jean-François Steiert, Nationalrat (SP /FR),
Vizepräsident Dachverband Schweizer Patientenstellen
«Sicherheit ist Teamsache: Der systematische Medikationsabgleich involviert alle Teammitglieder mit ihren spezifischen Aufgaben in ihrem Verantwortungsbereich.»
Sophie Ley, Vizepräsidentin, Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK–ASI
«Patienten, Angehörige und Hausärzte sind unsere zentralen Partner beim Medikationsabgleich mit System!»
Prof. Dr. med. Karin Fattinger, Chefärztin Medizinische Klinik, Kantonsspital Schaffhausen
«Ein sauberer und systematischer Abgleich der Medikamente gehört zu einem professionellen Medikationsmanagement.»
Prof. Gerd A. Kullak-Ublick, Klinikdirektor, Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Unispital Zürich

«Bei Spitalentlassung ist der systematische Abgleich der prästationären Therapie mit der Austrittsverordnung keine Option, sondern im Hinblick auf die Fortführung einer sicheren ambulanten Therapie unverzichtbar.»
Prof. Dr. E. Kurt Hersberger, Pharmaceutical Care Research Group

«Sicherheit erfordert Systematik! Der systematische Medikationsabgleich ist in der Unternehmenspolitik zu verankern.»
Adriana Degiorgi, Leiterin der Abteilung Qualität und Patientensicherheit, EOC
«Eine lückenlose und transparente elektronische Dokumentation des Medikationsprozesses verbessert, sofern korrekt implementiert, die Medikationssicherheit.»
Dr. med. Marc Oertle, Leitender Arzt Medizin & Medizininformatik, Spital Thun
«Vertrauen ist gut, befragen ist besser: Das Gespräch mit Patienten/Angehörigen gibt Hinweise, ob die Angaben auf der Medikationsliste umgesetzt werden oder ob es Anpassungen braucht.»
Kathrin Hirter-Meister, Vize-Präs. Patientensicherheit Schweiz, Wissenschaftl. Mitarbeiterin Inselspital Bern
«Der systematische Medikationsabgleich stellt eine unerlässliche Bedingung für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Medikamenten dar.»
Dr. Johnny Beney, PD, FPH Spital, Abteilungsleiter, Apotheke, Zentralinstitut (ZIWS), Spital Wallis
«Werden meine Patienten aus dem Spital entlassen, muss ich unverzüglich über Änderungen der Medikamententherapie informiert werden. So lassen sich Missverständnisse und Fehler vermeiden.»
Dr. med. Marc Jungi, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, stv. Geschäftsführer Sanacare AG, Bern

«Der systematische Medikationsabgleich erhöht die Sicherheit für den Patienten und die Effizienz der Abläufe und hilft, die Kosten zu senken.»
Dr. phil. Markus Lampert, Leitender Spitalapotheker Klinische Pharmazie, Solothurner Spitäler AG
«Der Abgleich der Medikamentenliste zusammen mit dem Patienten oder den Angehörigen bei Spitaleintritt und -austritt reduziert Medikamentenfehler, wenn dieser wieder in die Pflegeinstitution zurückkehrt.»
Franziska Zúñiga, MSN, Inst. für Pflegewissensch., Uni Basel, KZU Kompetenzzentrum Pflege und Gesundheit
«Zu viele Patienten verlassen das Spital mit einer Verordnung, bei der ein Medikament vergessen wird oder mit ungewollten Doppelverordnungen. Dieser Prozess erfordert einen systematischen Abgleich.»
Anthony Staines, Ph.D, Programmbeauftragter «Patientensicherheit», FHV
«Wenn meine Ärztin genau nachfragt, welche Medikamente ich einnehme, tut sie das im Interesse meiner Sicherheit. Dies gibt mir Vertrauen.»
Barbara Züst, lic. iur. HSG, Co-Geschäftsführerin Schweizerische Stiftung SPO Patientenschutz
«Eine falsche oder unvollständige Medikamenten-Anamnese kann für den weiteren Verlauf im Spital verheerend sein. Das lässt sich durch korrekte Dokumentation an den Behandlungsschnittstellen verhindern.»
Prof. em. Dr. med. Dieter Conen, Präsident Patientensicherheit Schweiz
«Eine genaue und vollständige Information zur Medikation. Lasst uns zusammenarbeiten, um die Patientensicherheit zu gewährleisten!»
Prof. Pascal Bonnabry, Chefapotheker, Hôpitaux Universitaires de Genève HUG
«Wenn der systematische Medikationsabgleich konsequent an jeder Schnittstelle durchgeführt wird, hilft er, Fehler und Unklarheiten zu vermeiden oder rechtzeitig aufzufangen. Die Sicherheit der Patient/innen wird erhöht.»
Prof. Dr. med. Stefano Bassetti, Chefarzt Klinik für Innere Medizin, Universitätsspital Basel
«Eine aktuelle, vollständige und genaue Liste der zuhause eingenommenen Medikamente ist für eine effiziente Überprüfung der Medikation und eine sichere Verschreibung bei der Aufnahme unerlässlich.»
Brigitte Waldispühl, Spitalapothekerin FPH/Verantwortliche Servizio centrale di farmacia EOC
Da der Spitaleintritt und -austritt besonders riskante Momente für Medikationsfehler sind, setzt das zweite nationale Pilotprogramm von Patientensicherheit Schweiz gezielt hier an. Typische Medikationsfehler an diesen Schnittstellen sind die unbeabsichtigte Auslassung von Medikamenten, das unbeabsichtigte Hinzufügen eines Medikaments oder Dosierungsfehler. Um solche Medikationsfehler zu verhindern, hat sich in anderen Ländern der systematische Medikationsabgleich (=Medication Reconciliation) als wirksame Massnahme erwiesen. In der Schweiz jedoch ist er bisher erst punktuell eingeführt und umgesetzt.

  • Ziel: Die konsequente Implementierung des systematischen Medikationsabgleichs soll in der Schweiz verbreitet und die berufsübergreifende Sicherheitskompetenz gefördert werden. Medikationsfehler sollen dadurch reduziert werden.

Basierend auf Erkenntnissen erfolgreicher Projekte aus den USA, Kanada und Europa wurden neue Unterstützungsmaterialien für Fachpersonen und Patienten sowie ein Pilotprojekt für Schweizer Akutspitäler entwickelt. Mit der Hilfe von Schweizer Experten wurden sie an den hiesigen Kontext adaptiert.

Worin besteht der systematische Medikationsabgleich?

Der systematische Medikationsabgleich im Spital umfasst zwei Elemente:
  1. die systematische Erstellung einer umfassenden Liste aller Medikamente und Präparate, die der Patient vor Spitaleintritt eingenommen hat. Das legt die Basis für eine sichere Medikationsverordnung und für alle weiteren medikationsbezogenen Prozesse im Spital – vom Eintritt über Verlegungen bis zum Austritt.
  2. den konsequenten Abgleich dieser Liste immer dann, wenn Medikamente verordnet werden, um sicherzustellen, dass hinzugefügte, veränderte oder abgesetzte Medikamente sorgfältig evaluiert werden.

Der systematische Medikationsabgleich betrifft alle Übergänge bei einem Spitalaufenthalt: Er beginnt beim Spitaleintritt, wird bei jeder internen Verlegung wiederholt und zuletzt beim Austritt durchgeführt (s. Grafik). Ziel ist es, die Angaben zur Medikation genau, umfassend und konsequent über alle Behandlungsschnittstellen hinweg zu erfassen und zu kommunizieren.



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Kontakt

Dr. med. Liat Fishman
Programmleitung progress!
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Tel. +41 (0)43 244 14 80
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