Interaktives Lernen im Room of Horrors
Aufmerksamkeit für Patient:innensicherheitsrisiken lässt sich trainieren: in einem Room of Horrors. Im Trainingsraum werden Fehler und Risiken für die Patient:innensicherheit versteckt. Mitarbeitende versuchen einzeln oder im Team, diese aufzudecken.
Ein Room of Horrors ist ein Trainingsraum für Patient:innensicherheit. In einem oder mehreren speziell dafür vorbereiteten Räumen (z.B. Patientenzimmer, Labor, Speisesaal, Beratungsraum) werden Fehler und Risiken versteckt. Mitarbeitende sollen diese aufdecken. Die Trainingsmethode sensibilisiert, trainiert auf spielerische Art und Weise die Aufmerksamkeit und fördert das gemeinsame Problemlösen. Im Gegensatz zu theoretischen Schulungen werden die Situationen, in denen sich Gefährdungen im klinischen Alltag manifestieren, konkret erlebbar.
Simulationstraining – praxisnah und konkret erlebbar
Da ein solcher Trainingsraum einfach und mit wenigen technischen Mitteln umsetzbar ist, eignet sich diese Art des interaktiven Lernens für grosse und kleinere Betriebe. Die Manuals von Patientensicherheit Schweiz enthalten eine ausführliche Anleitung und verschiedene Szenarien mit Patient:innenfällen. So kann das Training im Betrieb selbständig umgesetzt werden.
Room-of-Horrors-Manuals sind derzeit für folgende Versorgungsbereiche verfügbar:
Aktuell in Arbeit:
- Geburtshilfe
Der Name Room of Horrors
Es steht allen Institutionen offen, eine alternative Bezeichnung zu wählen für ihre Umsetzung des Room of Horrors, beispielsweise Room of Errors, Room of Risks, Room of Learning, Aktionsraum, Trainingsraum für Patient:innensicherheit o. a.
Die Trainingsmethode hat sich unter dem Namen Room of Horrors zunächst im englischsprachigen Raum etabliert. Als die Stiftung Patientensicherheit Schweiz 2019 das Konzept für die Schweiz adaptiert und das erste Manual für einen Room of Horrors entwickelt hat, hat sie diesen Namen bewusst übernommen. Er betont den spielerischen Charakter des Trainings und weckt Aufmerksamkeit. Inzwischen ist die Trainingsmethode unter diesem Namen in der Schweiz bekannt und etabliert, u. a. ist sie als Qualitätsverbesserungsmassnahme (QVM) im Rahmen des nationalen Qualitätsvertrags zwischen dem Spitalverband H+ und dem Verband Schweizer Krankenversicherer prio.swiss nach Art. 58a KVG anerkannt für die Bereiche Psychiatrie, Akutsomatik und Rehabilitation. Gleichzeitig ist man sich bewusst, dass der Begriff nicht überall auf Zustimmung stösst und negative Assoziationen wecken kann. Es steht allen Institutionen offen, eine alternative Bezeichnung zu wählen. Die Inhalte und Ziele des Trainings bleiben davon unberührt.
Sie interessieren sich für den Room of Horrors?
Sie möchten einen Room of Horrors in Ihrem Betrieb durchführen?
Dieser Flyer gibt Ihnen einen ersten Überblick.
Eine Podcast-Folge von XUND gibt einen Einblick, wie ein Room of Horrors Training aussehen kann.
Teilen Sie Ihre Erfahrungen
Damit wir das Angebot und das Projekt weiter entwickeln können, freuen wir uns, wenn Sie Ihre praktischen Erfahrungen zum Room of Horrors mit uns teilen. Wir sammeln diese Berichte, damit wir gute Ideen erfassen, bündeln und wieder an die Praxis zurückgeben können. Melden Sie sich für eine erste Kontaktaufnahme unter info@patientensicherheit.ch.
Room of Horrors – Hausarzt- und Kinderarztpraxen
Room of Horrors – Hausarzt- und Kinderarztpraxen Das im 2021 erarbeitete Manual beschreibt umfassend die selbständige Umsetzung in Hausarztpraxen sowie
Room of Horrors – Offizinapotheken
Das Manual für Offizinapotheken enthält drei Szenarien mit fiktiven Kund:innenfällen: Familie Costantino äussert am Verkaufstresen einen OTC-Wunsch, Herr Blancheux nimmt
Room of Horrors – Spitäler
Im Manual für Spitäler stehen neben einer ausführlichen Anleitung konkrete Szenarien mit Patient:innenfällen für die Bereiche Innere Medizin, Geriatrie, Orthopädie,
Short Facts
Laufzeit: Seit 2019
Budget: CHF 750’000 (exkl. MwSt.)(2025–2029)
Finanzierung: Eidgenössische Qualitätskommission (EQK) (2025–2029)
Praxisdialog zur Umsetzung des Room of Horrors, 30. Juni 2026, online
Flyer Aus Fehlern lernen im Room of Horrors (PDF)
Manual für Alters- und Pflegeheime (PDF)
Manual für Haus- und Kinderarztpraxen (PDF)
Anhänge zum Manual für Psychiatrien (ZIP)
Manual für Spitex-Organisationen (PDF)
Anhänge zum Manual für Spitex-Organisationen (ZIP)
Manual für die diagnostische Radiologie (PDF)
Anhänge zum Manual für die diagnostische Radiologie (ZIP)
Manual für Offizinapotheken (PDF)
Manual für Offizinapotheken – für deutsche Offizinapotheken angepasste Version (PDF)
«Schweiz Aktuell» berichtet aus der Hirslanden Klinik Beau-Site in Bern, die zu Schulungszwecken einen «Room of Horrors» eingerichtet hat. Zur Sendung vom 21.9.2020
Was geschieht im «Room of Horrors»? Das Gesundheitsmagazin «Puls» von Fernsehen SRF1 hat Andrea Käppeli, Pflegeexpertin am Spital Muri AG, beim interaktiven Training über die Schulter geschaut. (Sendeminute 00:50–06:56) Zur Sendung vom 2. September 2019
Kontakt
Dr. Andrea Balmer
Projektleiterin
+41 43 244 14 85
balmer@patientensicherheit.ch